Von Potosi nach Sucre

Horrorfahrt nach Potosí
MIt einer richtigen “Chrutze” gings los Richtung Potosí. Wir erlebten wieder Südamerika pur, die Fahrt war der reine Horror!! Die holprige Piste war das eine, bei jedem grösseren Schlagloch jagte es uns wortwörtlich fast aus den Sitzen…nein viel schlimmer war das Wettrennen welches unser Fahrer veranstaltete!! Zum Glück haben einheimische Passagiere eingegriffen und den Chauffeur lautstark zur Vernunft gebracht! Durchgeschüttelt aber dankbar das nichts passiert war, sind wir abends in Potosi eingetroffen.

Potosi liegt auf fast 4000m.ü.M., diese Höhe ist für unseren Körper sehr gewöhnungsbedürftig. Jeder Schritt, jede Bewegung bringt uns ausser Atem!! Reto hat zudem ein “Chäferli” und leidet an Durchfall…oje Faktor Südamerika hat bei Ihm zugeschlagen!

Potosi ist berühmt durch sein Minenbergwerk. Nachdem Reto wieder einigermassen auf den Beinen war, entschloss er sich mit Chrigu eine Bergwerk-Erkundungstour zu buchen. Wir Frauen genossen während dessen einen “Käfeli und Tratsch” Nachmittag. Es war die richtige Entscheidung nicht mitzugehen, die Jungs erzählten uns abends von der eindrücklichen aber auch schockierenden Tour. Die Arbeitsbedingungen im Berg sind Heute noch miserabel und leider sieht man immer noch Kinder beim schuften!!! Beide waren sich einig:”nie wieder werden wir über unsere Arbeit jammern!!!!

Mit dem “Pimperzug” nach Sucre
Diesen absoluten Geheimtipp bekamen Ursi und Chrigu schon vor einiger Zeit auf den Galapagos, ein Reisender hat Ihnen von dieser Zugfahrt in den höchsten Tönen geschwärmt ; tolle Landschaft, keine Touris…steht in keinem Reiseführer…klar machen Wir!!! Ein Geheimtipp ist nicht immer ein guter Tipp…aber dazu mehr in diesem Bericht!!!

Also, jeder normale Mensch reist mit dem Bus von Potosi nach Sucre – Fahrzeit knapp 3 Stunden. Wir fünf, eben dieser gemeine Geheimtipp, fahren mit dem Zug! Als wir am Morgen unserem Taxichauffeur sagten, dass wir zum Bahnhof möchten hat er gelacht…spät Abends wussten wir wieso! Am Bahnhof angekommen sahen wir dieses Gefährt, kein richtiger Zug nur so ein kleines “Scheisserchen” auf Schienen! Die Einheimischen waren Begeistert von uns Gringos, kaum eingestigen wurde Andrea bereits von Ihrer Sitznachbarin “gehämpfelt”! Endlich fuhr er los, nein er “pimperte” nur …mit laufen wären wir wahrscheinlich schneller gewesen! Es regnete in strömen und dadurch konnten wir die Landschaft, die zugegeben sehr schön war, auch nicht so richtig geniessen. Bei jedem kleinen Dörfli stoppte der Zug um weitere Leute mitzunehmen…die Leute starrten uns an und wir staunten auch sehr! Die Zeit schien hier irgendwann mal stehengeblieben zu sein!!!! Auch lernten wir neue, sehr intensive Düfte kennen…

Zum so oder so schon schleichenden Tempo kam später ein weiteres Problem auf uns zu. Durch die starken Regenfälle haben sich Erdrutsche gelöst und haben teilweise die Geleise verschüttet. Tja und diese Haufen mussten weggeschaufelt werden…die Zeit verging, der Hunger wurde grösser……wir hatten natürlich nichts dabei…..wieso auch, nach 3 Stunden sind wir schliesslich in Sucre (grins)! Das Verrückteste haben wir noch gar nicht erwähnt: In diesem Pimperzug hatte es tatsächlich ein Fernseh und DVD Gerät…Erst sahen wir einen Grusel-Film und später trillerten uns Bee Gees (in viel zu engen Hosen) etwas von “Nightfever” vor…zwei Welten die aufeinander prallen…….wie so oft in Bolivien!!!!

Nach langen 12 Stunden sind wir in Sucre eingepimpert….noch nie hat uns eine Pizza und ein Bier soooo gut geschmeckt! Es war ein Erlebnis und wir waren wieder mal mittendrin statt nur dabei!!!

Sucre – die weisse Stadt
Die 1538 gegründete nominelle Hauptstadt Boliviens liegt auf der angnehmen Höhe von 2790m und hat etwa 225'000 Einwohner. Wegen des angenehmen Klimas und der gut erhaltenen kolonialen Bausubstanz ist Sucre ein beliebtes Reiseziel mit historischer Atmosphäre! Uns hat diese wunderschöne, weisse Stadt verzaubert und in ihren Bann gezogen…hier könnten wir problemlos längere Zeit verweilen!!!

Tarabuco ist ein traditionelles Dorf in der Nähe von Sucre. Dort besuchten wir den berühmten Sonntagsmarkt. Jedes Jahr findet dort Mitte März eine Art zweiter Karneval statt. Wir hatten das Glück, dass wir die traditionellen Tanzspiele sehen und miterleben durften! Während dem Spektakel kreiste plötzlich ein grosser Militärhubschrauber über das Gelände und landete etwas später auf dem Dorfplatz. Frauen, Männer, Kinder alle rannten Richtung Landeplatz! Eine riesen Aufregung war ausgebrochen…was ist bloss los, fragten wir uns????? Chrigu fragte einen mann der neben ihm herlief mehr so aus Witz, ob der Präsident gelandet sei??!! “Ja, Evo Morales komme auf Besuch”! beantwortete dieser die Frage. Tatsächlich war es der Präsident in authentischer Fasnachtskluvt! Er begrüsste seine Leute und hielt eine lange Rede……und lies sich feiern…..einfach so….ohne grosse Sicherheitsvorkehrungen und bei regelmässigem Feuerwrek und Körperkontakt….dass gibts auch nirgends wo auf der Welt!

 

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